Deine Webseite sieht schön aus – aber ist sie auch gut lesbar? In diesem Artikel zeige ich dir:
warum Barrierefreiheit für (d)eine Webseite so wichtig ist
warum du den Besucher*innen deiner Webseite das Lesen leichter machen solltest und
wie du schnell und einfach die Kontraste deiner Farben prüfst.
Inhaltsverzeichnis
1. Was Barrierefreiheit für deine Webseite bedeutet
Stell dir vor, du öffnest eine Webseite und musst die Augen zusammenkneifen, weil du die Schrift kaum lesen kannst. Zum Beispiel, wenn der Text hellgrau auf weißem Hintergrund steht.
Das sieht zwar schick aus. Doch wir sind ja heute fast alle mobil unterwegs. Wenn der Text schlecht lesbar ist, verstehen wir den Inhalt nicht.
Vielleicht weißt du: Du hast nur drei Sekunden, um Besucher*innen auf deiner Seite zu halten.
2. Warum Barrierefreiheit heute wichtig ist
Ein guter Farbkontrast ist mittlerweile kein „Nice to have“ mehr. Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG).
Ab diesem Zeitpunkt müssen alle Websites und Online-Dienste für Verbraucher*innen barrierefrei sein.
Als Kleinunternehmer*in mit weniger als 10 Mitarbeitenden und max. 2 Mio. Euro Jahresumsatz betrifft dich diese Regelung zwar nicht. Doch gibt es drei wichtige Gründe, warum du deine Seite trotzdem jetzt schon barrierefrei gestalten solltest:
1. Du öffnest deine Webseite für mehr Menschen.
Immer mehr Menschen sind online unterwegs. Mit einer barrierefreien Seite können möglichst viele Menschen deine Inhalte ohne Hürden lesen, verstehen und nutzen.
Und so eine Hürde braucht gar nicht unbedingt nur körperlich sein. Sondern uns allen fällt das Lesen von digitalen Inhalten schwer, wenn wir müde sind, wenn uns die Sonne blendet oder auf den kleinen Bildschirmen unserer Smartphones.
2. Du machst dein Angebot professioneller.
Eine barrierefreie Webseite wirkt professionell und bringt dir Vorteile. Du zeigst, dass du dir Gedanken über deine Nutzer*innen machst. Und die wollen heute so bequem und schnell wie möglich Infos haben. Das schaffst du mit klaren Strukturen, leicht verständlicher Sprache, aber auch mit einem guten Kontrast.
3. Du bist auf der sicheren Seite.
Noch gilt das oben erwähnte Barrierefreiheitsstärkungsgesetz nur für größere Unternehmen. Aber der Zugang zu digitalen Inhalten wird immer wichtiger. Denk nur an KI. Wenn du dich früh darum kümmerst, bist du gut vorbereitet und hebst dich positiv ab.
Punktum:
Du zeigst, dass dir deine Leser*innen wichtig sind – egal, wie alt sie sind, welches Gerät sie benutzen oder ob sie gut sehen können.
3. Was Kontrast mit Lesbarkeit und Barrierefreiheit zu tun hat
Kontrast ist der Unterschied zwischen Vordergrund und Hintergrund. Also z. B. der Unterschied zwischen Textfarbe und Hintergrundfarbe. Je größer der Unterschied, desto besser kannst du den Text lesen. Das gilt vor allem für Sehbehinderte, für Menschen, die Farben nicht gut unterscheiden können oder im Alter schlechter sehen können.
Aber auch für Menschen ohne Einschränkung ist Lesen anstrengend, wenn der Kontrast zu klein ist. Denk nur an die kleinen Smartphone-Bildschirme.
Ich geb dir nun mal ein paar konkrete Beispiele, damit du dir das Ganze ein wenig besser vorstellen kannst.
Die internationalen WCAG-Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines) zur Barrierefreiheit schreiben die folgenden Mindest-Kontrastverhältnisse vor:
Ein Beispiel für normalen Fließtext ist schwarzer Text (#000000) auf hellgrauem Hintergrund (#CCCCCC).
Der Kontrast beträgt hier 4,5 zu 1. Damit ist dein Inhalt gut lesbar.
Dieses Kontrastverhältnis nennt man AA-Niveau.Für große oder fette Schrift reicht ein geringerer Kontrast:
Das wäre zum Beispiel ein dunkelgrauer Text (#555555) auf hellgrauem Hintergrund (#CCCCCC).
Diese Kombination ist gut lesbar – auch wenn der Kontrast von 3,1:1 schwächer ist als beim normalen Fließtext.
Ideal wäre das für deine Überschriften (ab 18pt) oder deine hervorgehobenen Texte (ab 14pt Fett).- Besonders hoher Kontrast (besonders für kleinere Texte)
Stell dir weißen Text (#FFFFFF) auf einem sehr dunklen Blau (#000033) vor.
Dabei beträgt das Kontrastverhältnis mindestens 7:1.
Dieser starke Unterschied sorgt dafür, dass dein Text auch bei schlechtem Licht oder für Menschen mit Sehschwäche gut lesbar bleibt.
So erreichst du das höchste Niveau der Barrierefreiheit, das AAA-Niveau. - Mein Tipp für dich:
Spiel doch mal ein wenig mit den Hex-Farbcodes, um den Unterschied selbst zu sehen. Ich hab extra leicht zu merkende Farbcodes genommen.
4. Gratis-Tool für den einfachen Kontrastcheck: der WebAIM Contrast Checker
Ich zeig dir hier, wie du mit dem Contrast Checker von WebAIM ganz einfach überprüfst, ob Text- und Hintergrundfarben deiner Webseite gut zusammenpassen.
So funktioniert der Check:
- Du gibst deine Textfarbe (Foreground) und deine Hintergrundfarbe (Background) als Hex-Code ein.
(z. B. #000000 für schwarz und #CCCCCC für hellgrau) - Das Tool zeigt dir sofort, ob der Kontrast gut genug ist, und zwar nach den beiden internationalen Standards:
- AA = gut lesbar, Kontrast 4,5:1
- AAA = sehr gut lesbar, Kontrast 7:1
Wenn du noch nicht das gewünschte Kontrastverhältnis hast, kannst du es mit dem Schieberegler (Lightness) ganz einfach verändern.
- Du kannst mit dem Colorpicker auch direkt neue Farbkombinationen ausprobieren, falls deine aktuelle nicht passt.
5. Fazit: Was du mit gutem Kontrast erreichst
Deine Inhalte
- sind für alle gut lesbar,
- können auch auf kleinen Bildschirmen vom Smartphone gut gelesen werden,
- können schneller erfasst werden,
- bleiben sowohl bei wenig Licht als auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbar und
- wichtige Elemente wie Buttons springen ins Auge.
Der WebAIM Contrast Checker ist super einfach zu bedienen und hilft dir dabei, deine Website leserfreundlicher und barrierefreier zu machen.
Das heißt, allein mit der Auswahl der richtigen Farben machst du deine Seite zugänglich für alle und somit barrierefrei.
6. Hier gibt’s alles zum Kontrastcheck nochmal als Video
Wenn du lieber zuschaust statt liest – in diesem kurzen Video erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du den Contrast Checker benutzt:
Du willst sichergehen, dass deine Website gut lesbar und barrierefrei ist?
Dann schreib mir einfach – ich unterstütze dich gern!



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